Pilz des Monats Februar 2017 - Leuchtendgelber Klumpfuß bzw. Schöngelber Klumpfuß, Dottergelber Klumpfuß – Nadelwald-Variante (Cortinarius splendens var. meinhardii = Cortinarius meinhardii = Cortinarius vitellinus s. auct.)

sehen Sie hierzu dieses Youtube-Video: https://youtu.be/kn04-3hRl5k

Schon die Vielzahl deutscher wie lateinischer Namen verrät es – wir befinden uns in einer Gruppe von Pilzen, die in ihrer Abgrenzung keineswegs einfach ist und die verschiedene Sichtweisen zulässt. Zunächst zur Abgrenzung der Laub- und Nadelwaldform – Cortinarius splendens var. splendens wächst meist unter Buchen und hat meist etwas schlankere Fruchtkörper mit in der Tendenz weniger stark braun getönten Hüten als die var. meinhardii, die unter Nadelbäumen zu finden ist, meist etwas kräftiger ausfällt und meist deutliche braune Beimengungen im Chromgelb der Hutoberseite besitzt. Dazu kommen Geruchsunterschiede, die zu diagnostizieren etwas Übung erfordert. Während die Laubwald-Variante „banal“ riecht, ist bei var. meinhardii in würzig-unangenehmer, an Hasenwurz oder auch an Pfeffer erinnernder Geruch zu bemerken. Mikroskopische oder makrochemische Unterschiede bestehen anscheinend nicht.

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Leuchtendgelber Klumpfuß, Nadelwald-Variante (Cortinarius splendens var. meinhardii) - 4.11.2016, Baden-Württemberg, Schwäbischer Wald unweit Adelmannsfelden, "Hinterwald", Fichten-Tannen-Buchen-Mischwald auf basenreichem Standort, leg., det. Lothar & Katharina Krieglsteiner - hiervon wurde das Youtube-Video gedreht (s.o.)
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Schöngelber Klumpfuß, Nadelwald-Variante (Cortinarius splendens var. meinhardii) - 19.9.2014, leg., det. Lothar Krieglsteiner, Baden-Württemberg, Schwäbischer Wald, Rotenhar bei Gschwend, in Schluchtlage in Fichten-Tannen-Buchenwald auf basenreichem Standort (Bunte Mergel)

Der Leuchtendgelbe Klumpfuß (festgestellt an der Laubwald-Variante) gilt als gefährlicher Giftpilz und soll tödliche Nieren-Vergiftungen verursacht haben. Allerdings werden immer wieder auch von kompetenter Seite Zweifel an der Giftigkeit geäußert – möglicherweise lag eine Verwechslung oder Vermischung mit Grünlingen (Tricholoma equestre) vor, die in großen Mengen eine auch die Niere betreffende Rhabdomyelyse-Vergiftung auslösen können. Eine giftige Substanz wurde so auch in Cortinarius splendens (incl. var. meinhardii) noch nicht nachgewiesen. Hier gilt aber: „im Zweifel gegen den Angeklagten“, denn niemand will gerne ein unnötiges Risiko eingehen. So gelten heute alle Arten der Untergattung Phlegmacium von Cortinarius (also Schleimköpfe und Klumpfüße), die in allen Teilen irgendwie gelb gefärbt sind, als potenzielle Giftpilze.

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Leuchtendgelber Klumpfuß, Laubwald-Variante (Cortinarius splendens var. splendens) - 23.9.2014, Mittelfranken bei Diespeck, leg., det. Ekkehard Schell, Katharina & Lothar Krieglsteiner, Buchenwald
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Schöngelber Klumpfuß, Laubwald-Variante (Cortinarius splendens var. splendens) - 15.10.2016, leg., det. Jean-Pierre Schenk, Katharina & Lothar Krieglsteiner, Schweiz, unweit Siebnen (Fuß der Alpen südlich des Züricher Sees), Buchenwald über Kalkboden
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Leuchtendgelber Klumpfuß, Laubwald-Variante (Cortinarius splendens var. splendens) - 28.7.2014, leg., det. Lothar Krieglsteiner, Baden-Württemberg, Schwäbischer Wald ö. Stuttgart, Wieslauftal, Bannwald "Heidenhau", unter Buche an Bachufer über kalkhaltigem Boden (Bunte Mergel). Beachten Sie das gelb durchgefärbte Fleisch

Von diesen gibt es eine große Artenzahl. Cortinarius splendens ist aber der einzige Vertreter, bei dem auch das Fleisch in Gänze leuchtend gelb durchgefärbt ist; die anderen Vertreter haben ein weißes oder allenfalls blassgelbes oder am Rande gelbliches Fleisch. Klumpfüße unterscheiden sich von Schleimköpfen durch die Art ihrer Stielbasis – die Knolle ist bei ersteren gerandet (mit einer scharfen Kante versehen), bei letzteren gerundet-keulig. Bei (nahezu) allen Schleimköpfen und Klumpfüßen, also bei allen Phlegmacium-Arten, sind die Hüte jung und bei Feuchtigkeit schleimig, aber die Stiele trocken (vgl. Schleimfüße).

Der Name "meinhardii" wurde zu Ehren des Schleierlings-Experten Meinhard Moser vergeben, der die Nadelwald-Variante als erster beschrieben hat - als Cortinarius vitellinus. Diese Namensgebung hat sich aber als nach dem Nomenklatur-Regeln ungültig herausgestellt. Daraufhin hat der französische Mykologe Marcel Bon den Namen Cortinarius meinhardii (splendens var. meinhardii) vergeben.

Schleierlinge sind sehr artenreich und viele Arten sind schwer zu bestimmen. Einen Einstieg können Sie im Herbst in Würzburg bekommen, wo ein Schleierlings-Kurs stattfinden wird (siehe auch unter Seminarprogramm 2017):

21.-22.10.2017 (Sa-So): Seminar "Schleierlinge" (Cortinarius). Würzburg, Pizza Pronto (Mainaustr. 36). - € 130.--

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