März 2015:

Inzwischen gab es zwei weitere Seminare von Gastdozentinnen in der Pilzschule Schwäbischer Wald. Im Februar 2014 hielt Rita Lüder ihren Kurs für Ausbilder zum Pilzcoach in Durlangen im Jugendraum der Gemeindehalle ab. Auch ich konnte mein Zertifikat als "Pilzcoach-Ausbilder" erhalten. Allerdings habe ich nicht selbst vor, diese Ausbildung anzubieten. In Pilzschule Schwäbischer Wald müssen Sie trotzdem nicht auf den Pilzcoach verzichten, wie Sie in der Rubrik "Pilzcoach" auf dieser Seite nachlesen können ....

Im April 2014 hielt Hermine Lotz-Winter (Universität Frankfurt) ihren Kurs über "Schimmelpilze-Imperfekte Pilze" ab - als erste Gastdozentin in der neuen Räumlichkeit im Gästehaus Grüner Pfad in Ruppertshofen. Der Kurs, der gerade auch für mich als Kursteilnehmer sehr lehrreich war, ermöglichte einen sehr intensiven Einstieg in die Welt der imperfekten Pilze, in deren Klassifizierung und Bestimmung, aber auch in die Lebenswelt-Bezüge der "Schimmel". Vielen Dank hier noch einmal, liebe Hermine, für den tollen Kurs!

Erstes Seminar mit Gastdozent an der Pilzschule Schwäbischer Wald

Am Dienstag und Mittwoch, den 12. und 13. März wurde erstmals ein Kurs von einem Gastdozenten an der Pilzschule in Durlangen angeboten. Der Schweizer Flechtenkenner Alberto Spinelli vermittelte Grundlagen und Bestimmungstechniken bei Flechten. Trotz des wenig gemütlichen Winterwetters ging man bei Rotenhar auf Exkursion und konnte ca. 20 verschiedene Flechtenarten gemeinsam im Gelände ansehen.

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Alberto Spinelli erklärt Flechten im Gelände Alberto Spinelli stellt Bücher über Flechten vor - Durlangen

 Vor allem Flechten an stehenden Baumstämmen standen im Zentrum. Flechten sind Anpassungskünstler an besonders trockene Standorte wie Baumborken, Felsen oder Mauern. Für die spätere Bestimmung im Kursraum wurden vor allem Flechten an bereits abgefallenen Ästen aufgesammelt. Diese gehen ohnehin zugrunde und so konnte eine Verminderung der Vorkommen durch den Kurs verhindert werden. Einige Flechten sind in Zeiten starker Luftverschmutzung durch Schwefeldioxid in den 70er und 80er-Jahren in den Ruf guter Bioindikatoren für Frischluft gekommen. Ihre Bestände sind damals stark zurückgegangen. Heute können sie sich wieder erholen – zumindest die Arten, die nicht gegen Stickstoff empfindlich reagieren, was heute das Hauptproblem zu sein scheint. Deshalb nehmen stickstofftolerante Flechten wie die Gelbflechte (Xanthoria parietina – Foto) allenthalben zu. Auch die seltene Lungenflechte, die als besonders empfindlich gegen SO2 gilt und die bei Rotenhar einen der wenigen bekannten Standorte im Schwäbischen Wald hat, konnte sich in den letzten Jahren etwas erholen.

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Gelbflechte (Xanthoria parietina) - Foto L. Krieglsteiner

Foto aus Hessen

Lungenflechte (Lobaria pulmonaria) mit Apothezien - Foto L. Krieglsteiner

Foto aus der Algarve)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses konnten viel über Flechten lernen. So unterscheiden sich viele Flechten farblich stark, je nachdem, ob man sie in feuchtem oder in trockenem Zustand ansieht. In den Bestimmungsschlüsseln wird immer die Trockenfarbe als Kriterium verlangt. Die verschiedenen Weisen, wie sich Flechten ungeschlechtlich vermehren können und die sich auf das Aussehen der Flechten auswirken (z.B. Isidien, Sorale und Soredien oder Pseudocyphellen) wurden im Verlaufe des Kurses von fach-chinesischen Begriffen zu logisch nachvollziehbaren Lerninhalten. Die aufgesammelten Flechten wurden bestimmt und dabei alle wichtigen Merkmale nachvollzogen, so auch chemische Reaktionen z.B. mit Kalilauge oder Chlorverbindungen. Das auf diese Weise praktisch (by doing) erworbene Wissen wurde durch eine lebendig vorgetragene Powerpoint-Präsentation mit schönen Bildern ergänzt.

Die Pilzschule Schwäbischer Wald nördlich von Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg ö. Stuttgart) plant bereits weitere Einsätze von Gastdozenten – so wird es im Jahr 2014 voraussichtlich einen Kurs über „Schimmelpilze“ (imperfekte Pilze) geben. Der/die DozentIn wird noch nicht verraten. Das nächste pilzkundliche Seminar wird am Dienstag und Mittwoch, den 30. April und 1. Mai in Durlangen stattfinden. Es geht – logischerweise – um Frühlingspilze, bei denen vor allem die Suche nach den begehrten Morcheln im Vordergrund stehen wird. Weitere Frühlingspilzkurse und das restliche Programm können im Seminarprogramm eingesehen werden.

 

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