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Anmerkung vom 08.12.2018: Ich habe mich hier (wieder einmal) schlimm blamiert. Der dargestellte Pilz ist nicht Coprinus xerophilus, sondern der durchaus ökologisch zum Fundort passende, coprophile (Dung-liebende) Große Ring-Tintling (Coprinus sterquilinus), den ich vorher kaum kannte. Ich habe mich im Schlüssel vom scheinbar so guten Passen von C. xerophilus dazu verleiten lassen, nicht mehr ausführlich genug nach Alternativen zu suchen. Ich habe also schlampig gearbeitet. Moral von der Geschicht: glaube auch den Spezialisten: .... nichts! Oder anders gesagt: wer viel arbeitet (oder bestimmt), macht viele Fehler ... (und wer viele Fehler macht, wird prämiert und befördert). Nun ja - so oder so - ich entschuldige mich hiermit für die Fehlbestimmung. Denn ich bin der Meinung: Fehler muss man zugeben, sonst macht man sie nur noch schlimmer. Den Text des Pilz des Monats September 2017 lasse ich aber genauso stehen, wie er damals gemacht wurde, als Mahnmal zur Warnung vor übereilten Bestimmungen :-)

 

Pilz des Monats September 2017 - Trockenliebender Tintling (Coprinus xerophilus)

Meine Frau Katharina liebt den Anbau selbst gezogener Tomaten – also haben wir mehrere Töpfe mit Erde und selbst in der Umgebung (es gibt hier ein Gestüt) gesammeltem Pferdemist gefüllt und die Tomaten eingepflanzt. Diese wachsen seither auch gut und wir, vor allem Katharina, haben viel Freude mit ihnen.

Noch mehr Spaß, gelegentlich aber auch Arbeit, macht uns die Tatsache, dass mit dem (der Erde untergemischten) Pferdemist auch immer wieder interessante Pilze wachsen, die wir dann bestimmen müssen … - so fanden wir schon Düngerlinge und Sammethäubchen und gestern auch einen Fruchtkörper eines mir bisher ganz unbekannten Flämmlings (Gymnopilus). Über diesen kann ich vielleicht später einmal berichten – „Star“ der bisherigen Ausbeute ist jedoch ein Tintling, der sich überraschend leicht bestimmen ließ. Die Mikrodetails (u.a. sehr große Sporen mit exzentrischem Keimporus) lassen zusammen mit dem doch besonderen makroskopischen Erscheinungsbild keinen Zweifel an der Zuordnung zu Coprinus xerophilus, der aus Deutschland bisher nicht bekannt geworden zu sein scheint.

Coprinus xerophilus junge Fruchtkrper Tomatenbeet Krieglsteiner Pilzschule Schwaebischer Wald

Coprinus xerophilus ("Dürreliebender Tintling") im Tomatenbeet in Spraitbach, junge Fruchtkörper mit Gesamthülle,

leg., det., fot. Lothar Krieglsteiner am 2.8.2017

Coprinus xerophilus Stielbasis Velum Tomatentopf Beifang Spraitbach Stuttgart Baden Wuerttemberg Deutschland Neufund

Ein wichtiges Merkmal des seltenen Tintlings Coprinus xerophilus ist sein "tief-hängender Ring" - man ist fast versucht,

ihn als Volva zu bezeichnen; vergleichbar mit dem Schopf-Tintling (C. comatus) - leg., det., fot. Lothar Krieglsteiner im

Tomatenbeet in Spraitbach (Schwäbischer Wald n. Schwäbisch Gmünd, ö. Stuttgart, Baden-Württemberg) am 26.7.2017

Gute Merkmale sind das lange bleibende, stabile Velum, der stark radial gefaltete Hut und das Velum am Stiel, das an den Schopftintling (Coprinus comatus) erinnert. Tatsächlich verläuft auch bei C. xerophilus die Entwicklung über ein Stadium mit einer rosa Lamellenfarbe, womit die Stellung bei den Tintlingen im engsten Sinne, den Verwandten des Schopftintlinges (Familie Agaricaceae, Champignon-Verwandte), gesichert ist.

Coprinus xerophilus Drreliebender Tintling Tomatenbeet Spraitbach Ostalbkreis Pferdemist
Coprinus xerophilus Tintling Tomatenbeet Neomycet Neufund Deutschland weiss rosa schwarz
Coprinus xerophilus Trockenliebender Tintling Garten Tomatentopf bewaessert weiss rosa schwarz Velum Pilzschule Schwaebischer Wald

Coprinus xerophilus - weitere Bilder im Juli/August 2017 aus Spraitbach (Baden-Württemberg ö. Stuttgart). Die Fotos zeigen (u.a.)

die stark radial plissierte Struktur des Hutes. Fotos Lothar Krieglsteiner

 Coprinus xerophilus Verwandter Schpftintling essbar Champignon Agaricus Pilzschule Schwaebischer Wald Pilzbestimmung

 Coprinus xerophilus: ein Übergangsstadium mit rosa Lamellenfarbe. Weiß-rosa-schwarz; dieser Reigen besteht auch beim

nahe verwandten Schopftintling sowie bei den gleichfalls verwandten Champignons (Familie Agaricaceae). Foto Lothar Krieglsteiner

am 26.7.2017 (Tomatenbeet in Spraitbach n. Schwäbisch Gmünd, ö. Stuttgart, Baden-Württemberg)

 Coprinus xerophilus Tintling Velum sternfoermig Spraitbach Schwaebisch Gmuend Pilzkurse Pilzseminare Pilzexkursionen
 Coprinus xerophilus Tomatenbeet Spraitbach alte Fruchtkoerper Hut radial gefaltet Tinjte
 Coprinus xerophilus Tintling Tinte Stiel Velum Volva Ring Sporenpulver schwarz Krieglsteiner Lothar Katharina

 ältere Fruchtkörper des Dürreliebenden Tintlngs (Coprinus xerophilus) zeigen die Tintenbildung sowie das lange gut erhaltene

Velum auf dem Hut. Der wenig bekannte Pilz wurde vorher in Deutschland wohl noch nicht gefunden. Weitere Fotos aus dem

Juli/August 2017 (Spraitbach, Schwäbischer Wald ö. Stuttgart, Baden-Württemberg), Fotos Lothar Krieglsteiner

Die große Mehrzahl der übrigen Tintlinge ohne ring-artiges Velum steht heute in anderen Gattungen (Coprinellus, Coprinopsis, Parasola – Familie Psathyrellaceae, Faserlings-Verwandte).

Nun - haben Sie Lust auf Tomatenzucht bekommen?