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Pilz des Monats Oktober 2014 - Climacodon pulcherrimus (Berk. & M.A. Curtis) Nikol. – „Fuchsiger Stachelbart“ (= Creolophus pulcherrimus (Berk. & M.A. Curtis) Banker)

Diese Art begegnete mir erstmals im Jahr 2012, als ich einen mir ganz unklaren „Stachelbart“ an der Stammwunde einer älteren Korkeiche in der Nähe von Monchique in der Algarve (Portugal) fotographierte und aufsammelte. Eine Bestimmung gelang mir zunächst nicht, erst später wurde die Aufsammlung vom Nichtblätterpilze-Spezialisten H. Ostrow (Grub am Forst) identifiziert.

Climacodon-pulcherrimus-Algarve-Portugal-Korkeiche-Quercus-suber-Pilzseminar
 Climacodon pulcherrimus an Korkeiche (Quercus suber) bei Monchique in der Algarve (Portugal) - 11.12.2012 - Hutoberseite, leg, det., fot. L. Krieglsteiner
Climacodon-pulcherrimus-Algarve-Creolophus-Portugal-Serra-Monchique-Korkeiche-Ostrow
Climacodon pulcherrimus ("Fuchsiger Stachelbart") an Korkeiche (Quercus suber) in der Serra Monchique (Portugal, Algarve) - Hutunterseite mit Stacheln, 11.12.2012, leg., det., fot. L. Krieglsteiner

Im Jülich (Kleine Kryptogamenflora: Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze) ist die Art nicht enthalten, nur die ebenfalls sehr seltene C. septentrionalis. Nur wenige Monate später bekam ich jedoch schöne Bilder von Matthias Theiß aus einem Urwald in der Ukraine zu Gesicht bekam, er fand die Art an liegenden, dicken Buchenstämmen. Nicht wenig überrascht war ich dann diesen Sommer, als ich Anfang Juli in Kroatien fündig wurde  Auf einer Wanderung wuchs der schöne Pilz an nicht weniger als 3 Stellen, teils sehr üppig, und jeweils an liegenden Buchenstämmen.

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 erster von 3 Fundorten von Climacodon pulcherrimus im Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien (Medvedak), 5.7.2014, leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner
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Climacodon pulcherrimus, "Fuchsiger Stachelbart", im Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien, 5.7.2014, leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner - Übersichtsbild

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Climacodon pulcherrimus, "Fuchsiger Stachelbart", in Kroatien (Nationalpark Plitvicer Seen), 5.7.2014, leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner: Detail

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Climacodon pulcherrimus in Kroatien (Nationalpark Plitvicer Seen, Medvedak), 5.7.2014, leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner- junge Fruchtkörper sind recht blass gefärbt

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Climacodon pulcherrimus in Kroatien (Nationalpark Plitvicer Seen, Medvedak), 5.7.2014, leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner: die Fruchtkörper bräunen bei Reife nach

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an "Weißen Posterpilz" erinnernd: junge Fruchtkörper von Climacodon pulcherrimus in Kroatien (Nationalpark Plitvicer Seen), 5.7.2014, leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner
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Stacheln von Climacodon pulcherrimus aus Kroatien (Nationalpark Plitvicer Seen, Medvedak, an Buchenstämmen) - Detail-Aufnahme mit Digital-Mikroskop USB (5.7.2014, leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner

Eine schnelle Recherche im Internet ergab, dass die Art auch in SW-Frankreich (http://www.mycocharentes.fr) gefunden wurde – und in Spanien (vgl. Moreno, Blanco, Olariaga & Checa 2007). Diese Autoren weisen C. pulcherrimus erstmals für Europa nach. Möglicherweise breitet sie sich im Zuge des Klimawandels nordwärts aus – und es ist möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis sie auch in einer warmen Region Deutschlands nachgewiesen wird.

Beschrieben wurde C. pulcherrimus von Berkeley & Curtis aus den USA (South Carolina, Santee River) als Hydnum pulcherrimum (wörtlich aus dem Lateinischen: der "schönste Stoppelpilz"). Banker (1913) nennt die Art in den USA „common“, und auch H. Ostrow (via e-mail) berichtet von einem Fund in Colorado. Kuo (http://www.mushroomexpert.com) berichtet über Funde im östlichen Nordamerika, Texas und Neu-Mexiko, wobei tropische und subtropische Areale bevorzugt seien. Auch Michigan (als Hydnum kauffmanii) wird als Fundregion genannt, ebenso Florida (bei http://mushroomobserver.org).

C. pulcherrimus ist in der Gattung Climacodon wohl schlecht aufgehoben, das schreiben schon Moreno & al. Einzigartig sind die rote KOH-Reaktion sowie mikroskopisch auffällige, multiple Schnallen.