Magic Mushrooms (Psilocybin-Pilze)

Zunächst: Kurse, die sich nur diesen Pilzen widmen, biete ich nicht an. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass dies dazu führen würde, eine vielleicht nicht ganz unproblematische Klientel anzusprechen und seriöse Pilz-Interessenten abzuschrecken. Dies bedeutet aber nicht, dass Pilzschule Schwäbischer Wald nicht über Psilocybin-Pilze informiert. Die Thematik Psilocybin kommt vor allem bei 2 Kursen zur Geltung: bei Prüfungskursen zum PSV, wo ja alle Giftpilze (und was man so Giftpilze nennt) Thema sind - sowie beim Kurs "Braunsporige Lamellenpilze". Beide Kurse sind allerdings anspruchsvoll und fordern eine Menge Interesse und Verarbeitungsfähigkeit, am Besten auch schon einige Vorkenntnisse, von den TeilnehmerInnen. Und: bei allen Kursen kann alles gefragt werden. Wenn Sie sich also besonders für Psilocybin-haltige Pilze interessieren, dann können Sie Ihre Fragen auch auf jedem Anfänger-Kurs loswerden :-)

Magic Mushrooms nennt man meist ziemlich kleine Pilze vorwiegend aus dem Bereich der dunkelsporigen Lamellenpilze, die aufgrund der chemischen Substanzen Psilocybin und Psilocin eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem entfalten. Es handelt sich um Indol-Alkaloide der Tryptamin-Gruppe, die in den Serotonin-Stoffwechsel eingreifen. Serotonin ist ja auch sonst als Glückshormon bekannt - und so verwundert es nicht, dass die durch Psilocybin bewirkten Prozesse im Gehirn dazu führten, Begriffe wie "Entheogen" (zu Gott führend) entstehen zu lassen. In der Tat findet man in der Primärliteratur ganz überwiegend positive oder zumindest sehr selten stark negative Berichterstattung, es wird oft über optische und akustische Visionen sowie über Ganzkörper-Erfahrungen der Einheit mit dem Universum berichtet, also über mystische bzw. religiöse Erfahrungen. Liest man demgegenüber Lehrbücher über Giftpilze (z.B. Flammer & Horak), dann wird man vor den schrecklichen Wirkungen des Teufelszeuges auf die Psyche gewarnt. Warnungen vor Spätfolgen finden sich auch z.B. auf http://de.drogen.wikia.com/wiki/Psilocybinhaltige_Pilze. Es ist offenbar eine sehr individuelle Angelegenheit, wie jemand auf Psilocybin reagiert.

Psilocybe-semilanceata-Spitzkegeliger-Kahlkopf-Baden-Württemberg-Pilzschule-Schwäbischer-Wald-Stuttgart-Psilocybin-Pilze-Halluzinogen-magic-mushroom-giftig-Eifel
Spitzkegeliger Kahlkopf (Psilocybe semilanceata) - Wiese in der Eifel

Weiß man nun, dass - abgesehen von der psychischen Wirkung, deren mögliches Risiko zu kalkulieren jedem selbst überlassen bleiben muss - eine Giftigkeit der Magic Mushrooms für den Stoffwechsel nicht vorliegt (also kein Leber-, Nieren-, Zellgift etc.), kommt man vielleicht zu einer anderen Beurteilung. Ein anderes interessantes Phänomen ist, dass die halluzinogene Wirkung (so liest man meist, obwohl man sich im Gegensatz zu echten Halluzinazionen der Tatsache, dass es sich um Drogenwirkung handelt, durchaus bewusst ist - eher handelt es sich um Visionen als um Halluzinationen) eine sogenannte Toleranz entwickelt. Das bedeutet, dass man nach einer "erfolgreichen" Einnahme Tage warten muss, um erneut sensibel für die Wirkung zu sein (dies ist im Übrigen bei LSD, einer chemisch durchaus verwandten Substanz, ähnlich). Und schließlich gibt es Untersuchungen, die eine positive Langzeitwirkung von Psilocybin auf die Persönlichkeit (z.B. mehr Toleranz, Aufgeschlossenheit etc.) nachgewiesen haben wollen.

Psilocybe-Pilze waren lange Zeit nicht als psychogen bekannt. Es gab zwar Gerüchte, bei den Indianern Mexikos würden psychotrope Pilze bei Zeremonien eingesetzt, aber die meisten Fachleute dachten, es handele sich nur um den Peyote-Kaktus. Erst Mitte des letzten Jahrhunderts hat das Ethnologen-Ehepaar Wasson selbst an solchen Zeremonien teilgenommen und so das Wissen über Psilocybin wieder entdeckt.

Psilocybe-cyanescens-Blauender-Kahlkopf-Bayern-Bayerischer-Wald-Deggendorf-Pilze-Psilocybin-Psilocin-Halluzinogen-magic-mushrooms
Blauender Kahlkopf (Psilocybe cyanescens) - Fund bei Deggendorf auf Rindenresten an Straßenrand

In Europa gibt es einige Pilzarten, die Psilocybin enthalten, in verschiedenen Gattungen. Die meisten sind ziemlich selten. Dass die Psilocybin-haltigen Risspilz (Inocybe)-Arten auch Muscarin (ein Zellgift) enthalten würden, hat sich als Fehlinformation herausgestellt. Am ehesten sind der Spitzkegelige Kahlkopf ("SKKK", Psilocybe semilanceata - Foto oben) und der Blauende Kahlkopf (Psilocybe cyanescens s.l. - s.o.) in genügend großen Mengen zu finden. Wobei wir beim nächsten Problem sind: der korrekten Dosierung. Höhere Dosen können starke psychische Wirkungen hervorrufen, die vom Konsumenten nicht gut kontrolliert werden können und auch (vor allem, auch schon in moderater Doris bei Kindern und bei psychischer Vorerkrankung) zu Psychosen und ähnlichem führen können. Um sich eine Vorstellung über die Dosierung zu machen, kann man sich z.B. hier informieren:

http://www.zauberpilz.com/dosis.php

http://de.drogen.wikia.com/wiki/Psilocybinhaltige_Pilze

Und noch eines: psilocybin-haltige Pilze stehen unter dem Betäubungsmittelgesetz. Heute sind Psilocybin und Psilocin in Anlage I zu § 1 BtMG (nicht verkehrsfähige und nicht verschreibungsfähige Stoffe) aufgelistet, das heißt, jeglicher Umgang (mit Ausnahme des Konsums) mit diesen Substanzen ist für die Allgemeinheit generell verboten (aus wikipedia).

Die Gattung Psilocybe umfasst heute nur noch die psychotropen, Psilocybin und Psilocin enthaltenden und daher (Psilocin oxidiert blau) langsam blau verfärbenden Arten der ehemaligen Gattung. Die anderen Arten wurden in Deconica kombiniert. Diese Befunde sind molekularbiologisch erhärtet.

 

Zum Seitenanfang