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Schneeball-Deckelbecherchen (Trochila tini) in Stuttgart-Bad Cannstatt (Baden-Württemberg) am 10.1.2016 -

an Blättern von Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus), reichlich fruchtend,

leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det. Foto L. Krieglsteiner, conf. H.O. Baral (ascofance)

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Schneeball-Deckelbecherchen (Trochila tini) in Stuttgart-Bad Cannstatt (Baden-Württemberg), 9.1.2016 -

die Zellen des düsteren Gehäuses (Exzipulum) haben teilweise gelbe Vakuolenkörper, Foto L. Krieglsteiner

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Trochila tini in Stuttgart-Bad Cannstatt (Baden-Württemberg): lebende Paraphysen mit

gelben Vakuolenkörpern (dazu Schäuche mit Sporen), Foto L. Krieglsteiner

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Trochila tini in Stuttgart: turgeszente Schläuche (mit Haken an der Basis) mit lebenden Sporen, Foto L. Krieglsteiner
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Trochila tini in Stuttgart (Baden-Württemberg): Schläuche mit lebenden Sporen (mit Muster aus mehreren

großen Tropfen), Foto L. Krieglsteiner

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Trochila tini in Stuttgart (Deutschland, Baden-Württemberg): turgeszente Schläuche mit lebenden Sporen,

Foto L. Krieglsteiner

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Schneeball-Deckelbecherchen (Trochila tini) in Stuttgart (Baden-Württemberg):

Schläuche mit euamyloidem Porus vom Calycina-Typ, Foto L. Krieglsteiner

Dieser kleine Schlauchpilz wurde zumindest in jüngerer Zeit nicht aus Deutschland berichtet, möglicherweise liegt ein Erstnachweis vor. Überhaupt gibt es nur sehr wenige Beschreibungen und Dokus zu dieser Art - halbwegs vernünftig ist die Art nur hier dargestellt: https://drive.google.com/folderview?id=0B5SeyOEkxxZhVGdGOXlUV2NuU0U&usp=drive_web&tid=0B5SeyOEkxxZhcnFnMjYzVmFHSFk. Er ist spezialisiert auf abgefallenes Laub von Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus) und dürfte seine Hauptverbreitung im Mittelmeergebiet haben. Den Schneeball habe ich z.B. schon oft in Portugal (Algarve, Alentejo) gesehen, aber den Pilz dort noch nie gefunden - und zuvor auch noch nicht in Gärten in Stuttgart, wo der Strauch öfter einmal gepflanzt angetroffen werden kann. Umso überraschter war ich, als ich am 9.1.2016 fündig wurde - für mich ein Lebens-Erstfund. Ebenfalls erstmals fand ich an diesem Tag nur ca. 3 m weiter: den Moosbecherling Octospora orthotricha am Moos Orthotrichum diaphanum. Die auf einer Mauer liegenden Blätter des Schneeballs waren teils von frischen, teils von schon abgestorbenen, überständigen Becherlingen überzogen. Frische und durchfeuchtete Fruchtkörper waren dunkel graubraun, angetrocknete erscheinen grünlich zitrongelb. Dies kommt daher, dass die Paraphysen (sterile Zellen in der Fruchtschicht) gelbe Vakuolenkörper besitzen - dort ist bei Becherlingen fast immer das Pigment lokalisiert. Die Schläuche sind keulig, mit Haken an der Basis und reagieren mit Jod-Reagentien (Lugolsche Lösung, Baralsche Lösung) blau; die Form entspricht dem Calycina-Typ (oben angeschwollen). Die Sporen enthalten viel Öl in Form von mehreren großen Tropfen und sind ca. 9-10/3,5-4 µm groß.

Der eigentlich eindeutige Fund wurde vom Spezialisten für Inoperculate Hans-Otto Baral (Tübingen-Pfrondorf), dem Begründer der Vitaltaxonomie (Berücksichtigung von Lebend-Merkmalen) auf der Internet-Plattforme ascofrance umgehend bestätigt:

http://www.ascofrance.fr/forum?page=1

 

Pilzschule Schwäbischer Wald bietet Pilzkurse, Pilzseminare, Pilzführungen und Pilzberatung für Anfänger an, aber auch Kurse, Seminare, Vorträge für Fortgeschrittene. Der Pilzexperte und Biologe Dr. Lothar Krieglsteiner hat schon öfters Spezialkurse für Becherlinge abgehalten (schon ab Anfang des Jahrtausends in der Schwarzwälder Pilzlehrschau in Hornberg, aber auch anderswo in Baden-Württemberg (z.B. bei Schwäbisch Gmünd), in Niedersachsen, Hessen und Bayern.

 

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