März 2015:

Seit 2010 war ich nun jedes Jahr einmal im Winter in der Algarve (und in den letzten Jahren auch im Alentejo) - insgesamt also 5mal. In der Regel war es die Vorweihnachts- und Weihnachtszeit, nur einmal bisher im Februar. Im Jahr 2016 möchte ich im Februar und März in die Algarve fahren. Man kann sich vorstellen, dass ich schon zahlreiche Pilze in der Algarve fand, bestimmte und dokumentierte. Ich plane, mittelfristig eine CD "Pilzfunde in der Algarve" zu erstellen und herauszugeben. Einen Vorgeschmack zu den dort enthaltenen Pilzen finden Sie  im Reisebericht zur Algarve-Tour 2012 (Volltext weiter unten auf dieser Seite) und 2013 (http://www.kulinariumalgarve.com/main/martins-kulinarium-pilzkunde.html)

Im letzten Jahr (Dezember 2014) habe ich zum ersten Mal auch ein Eintages-Seminar durchgeführt, mit noch wenigen Teilnehmern. Geplant war zunächst - wie ich es in Deutschland immer mache - ein zweitägiges Seminar. Das Interesse daran war allerdings sehr gering, so dass ich auf ein - immerhin etwas mehr angefragtes - eintägiges Seminar umstellte. Ich plane, ein solches im Jahr 2016 erneut anzubieten. Sobald die Details fest stehen, finden Sie hier und im Seminarprogramm 2016 mehr Details zum Ort (voraussichtlich wieder Vila Foia) und genauen Zeitpunkt.

Zu meinen Vorhaben im Bereich Algarve lesen Sie bei Interesse: http://www.kulinariumalgarve.com/main/kulinarium-algarve-01-2015.html, auf Seite 26-27

 Pilz-Seminar in der Algarve am WE 13. und 14. Dezember 2014

Das Seminar findet im Hotel Vila Foia bei Monchique  (http://vilafoia.com/), genau genommen im dazu gehörigen, unweit gelegenen Seminarhaus Quinta Santa Barbara (http://vilafoia.com/quinta.html) statt. Letztere liegt inmitten eines der schönsten noch erhaltenen Korkeichenwälder in der ganzen Serra Monchique (Algarve). Ich konnte mich schon im Vorjahr davon überzeugen, dass der Wald um die Quinta äußerst pilzreich ist. Das Seminar beginnt am Samstag, den 13.12. um 10 Uhr, am Sonntag dann um 9 Uhr und geht jeweils bis ca. 17 Uhr. Das Seminar ist geeignet für Personen, die an der Pilzkunde ein über das reine Pilze-Essen hinaus gehendes Interesse besitzen. Es ist geeignet für interessierte Anfänger bis hin zu Pilzkennern mit einiger Artenkenntnis. Das Seminar bietet einen via Beamer präsentierten Vortrags-Anteil. Viel Zeit wird im Gelände verbracht, wobei die gefundenen Pilze besprochen und ihre Merkmale erläutert werden. Die gefundenen Pilze werden gesammelt und im Seminargebäude ausgestellt, wo sie mit ihren Merkmalen wiederholt werden. Nach dem Kurs haben Sie eine solide Kenntnis über die wichtigsten Abteilungen des Pilzreiches und kennen einige Pilzarten, die Sie auch selbst zum Essen sammeln können. Kurs-Sprachen sind Deutsch und Englisch. Teilnahmegebühr: 100 Euro (bar zu Kursbeginn) 

Zum gleichen Zeitpunkt (13. Dezember) findet in der Algarve eine Pilzführung zur Trüffelsuche statt - geleitet von Dieter Honstraß - siehe: http://www.pilzschule.de/html/portugal.html#Seite

The seminar takes place at the Hotel Vila Fóia in Monchique ( http://vilafoia.com/), strictly speaking, in the corresponding , located near Retreat House Quinta Santa Barbara (http://vilafoia.com/quinta.html ) instead  The latter is surrounded by one of the finest surviving cork forests around the Serra Monchique (Algarve ). I was able to convince myself in the last year, already, that the forest around the Quinta is extremely mushroom-rich . The seminar begins on Saturday, 13.12, by 10 clock, then on Sunday at 9 clock and goes to about 17 clock, respectively. The seminar is suitable for beginners; they should have an interest in fungi and mushrooms beyond only the eating of mushrooms. The seminar is suitable for interested beginners to connoisseurs with some fungal species knowledge. The seminar offers a ppt presented via beamer. Much time is spent in the field, where the fungi found are discussed and their characteristics are explained. The fungi found are collected and exhibited in the seminary building where they are repeated with their features. After the course, you have a solid knowledge of the key departments of the fungal kingdom and know some types of fungi that you can gather to eat yourself. Seminar languages ​​are German and English. Participation fee: 100 Euro (cash at beginning of course)

Einen Reisebericht über meine Algarve-Fahrt 2013 finden Sie unter http://www.kulinariumalgarve.com/main/martins-kulinarium-pilzkunde.html (bitte ein kleines bisschen herunterscrollen ...) 

 Pilzkundliche Algarve-Reise im Dezember 2012

Es war das vierte Mal, dass ich eine Woche (diesmal etwas länger) mit Dieter Honstraß an der Algarve verbrachte. Wie immer war es eine anstrengende, von Eindrücken, Erfahrungen und Hinweisen angefüllte Zeit, die mir noch lange Material zum Weiterarbeiten und Weiterdenken liefern wird. Wie schon die letzten Male gab es wenig Zeit des Leerlaufes – tagsüber Exkursionen in spannende Gebiete mit schönen Pilzfunden, abends und nachts Diskussionen über fachliche Dinge, über Pilze, seien es der Anbau von Trüffeln und andere mit Trüffeln (hypogäischen Pilzen) zusammenhängende Themen, was Dieters Lieblingsthema ist, seien es Diskussionen über Belange des Freiberuflers, was wir ja beide sind. Dazu kamen Treffen mit örtlichen Multiplikatoren im Bereich Pilze wie Familie Busse (Rezeptschmiede) oder der Zahnarzfamilie Dr. Reinhard Kraus in Loule.

Meine Reise begann aber erst einmal mit Komplikationen. Auf dem Flughafen Stuttgart streikten die Sicherheitskräfte, weswegen in Frage stand, ob ich überhaupt fliegen konnte, und zwischendurch war auch lange nicht klar, ob ich von Mallorca aus (Zwischenstop) überhaupt noch am gleichen Tag würde weiter fliegen können. Schließlich klappte aber noch alles, wenn auch mit reichlich Verspätung, und Dieter holte mich am Flughafen ab, wo ich auf der Fahrt nach Portimao noch die letzten Sonnenstrahlen im warmen Portugal genießen konnte. Überhaupt hatten wir mit dem Wetter viel Glück. Nachdem ich aus dem weißen und kalten Stuttgart abgeflogen war, fror ich in der Algarve keinen Moment und wurde auch (von gelegentlichen Tröpfel-Schauern abgesehen) kein einziges Mal richtig nass. Und trotzdem waren die Wuchsbedingungen für Pilze nicht schlecht, zumindest nicht über sauren Böden, wo wir uns – aus Erfahrung klug – vorwiegend aufhielten. Dazu später mehr.

Der erste Exkursionstag (Dienstag, der 11. Dezember) führte uns an die Westküste, wo wir uns die von Strandkiefern (Pinus pinaster) und stellenweise von Pinien (Pinus pinea) dominierten jungen Wälder ansahen. Dazu gleich Folgendes: alte Wälter sind in der Algarve (abgesehen von kleinen Bereichen mit alten Korkeichen in der Serra Monchique, s.u.) nahezu gar nicht vorhanden. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es hier häufiger brennt – was seine Ursachen im Klima mit den trocken-heißen Sommern, aber auch in der Tatsache hat, dass die Portugiesen es zu lieben scheinen, gerne mal draußen Feuerchen anzuzünden und etwas zu verbrennen. So ist es gar nicht so einfach, durch die Algarve zu fahren, ohne dass man irgendwo Rauch aufsteigen sieht. Die Strandkiefernwälder stehen auf Sandböden, die zumindest großenteils sauer sind. Zuerst schauten wir uns Bereiche an, die wir schon von den letzten Touren her kannten, zwischen Vila do Bispo und Aljezur, wo wir nicht weit weg von der dortigen Straße mehrmals anhielten. Altbekannte Pilze waren waren der Krokodilritterling (Tricholoma caligatum), der reichlich fruchtete, Bellinis Mittelmeer-Schmierröhrling (Suillus bellinii) oder auch der Erbsenstreuling (Pisolithus arhizus), der uns während der Tour noch häufiger begegnen sollte.

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 Krokodilritterling (Tricholoma caligatum) - Portugal, Algarve, Westküste, Foto L. Krieglsteiner Bellinis Schmierröhrling (Suillus bellinii) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner Erbsenstreuling (Pisolithus arhizus) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Vom Krokodilritterling wuchsen so viele und auch so junge Fruchtkörper, dass ich mich nicht scheute, ein paar davon zur späteren Zubereitung mitzunehmen. Der Krokodilritterling ist ja nah verwandt mit dem legendären Matsutake (Tricholoma matsutake), für den speziell japanische Gourmets und Gesundheits-Apostel hohe Preise zahlen. Um es vorweg zu nehmen: der Krokodil-Ritterling schmeckt bitter, nicht sehr stark, aber doch bitter genug, dass ich das mit Sahne zubereitete Gericht nur probierte und nicht aufaß. Schon beim zweiten Halt gelang der Fund des Tages: die Hohlkugel Hydnocystis clausa, die wohl noch keinen deutschen Namen hat. Ich nenne sie Kugel-Sandborstling, denn sie entspricht im Wesentlichen einer Geopora (Sepultaria), nur dass ihr Fruchtkörper sich nicht von selber öffnet (auch besitzen die Schläuche offenbar keinen Deckel). Wir wollten in einer kleinen Eucalyptus-Pflanzung nach speziell an diese Fremdlinge gebundenen Trüffeln graben und schon direkt unter der Laubschicht lagen 2 der Hohlkugeln herum. Man muss aber dazu sagen, dass H. clausa nicht mit Eucalyptus, sondern mit den untermischt wachsenden kleinen Strandkiefern (Pinus halepensis) assoziiert bzw. mykorrhiziert sein sollte. Die mikroskopische Prüfung war nur noch Formsache. Später besuchten wir dann eine andere bekannte Stelle, nördlich von Aljezur (Portugal, Algarve), wo wir ein wenig weiter von der Straße abfuhren. An bekannter Stelle wuchsen wie in den letzten Jahren die im Schnitt schön rosa gefärbte Schlauchpilz-Trüffel Delastria rosea, diesmal so reichlich, dass ich ein doch recht hübsches Foto machen konnte. Ich habe übrigens für diese schöne Art den „deutschen“ Namen Mettwurst-Böllar erfunden, der m.E. recht treffend ist.

Hydnocystis-clausa-Geopora-Algarve Hydnocystis-clausa-Geopora-Algarve-geffnet-Pflanzung-Laubschicht-Hohlkugel-Pilzschule-Pilzkurse Delastria-rosea-Rosa-Trüffel-Algarve-Mettwurst-Böllar-Jahre-Schnitt-Schlauchpilz-Foto-Pilzschule-Bekannter-Täubling

Geschlossener Sandborstling (Hydnocystis clausa, jetzt Gepora clausa) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Geopora clausa, die Hohlkugel nun eröffnet, Foto L. Krieglsteiner Mettwurst-Böllar (Delastria rosea) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

 Nur wenige Meter entfernt ein weiterer alter Bekannter, den secotioiden Täubling Macowanites ammophilus. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit (und des Aufwandes), bis jemand die nötige Kombination in Russula vornimmt. Da die Art übrigens (ich probierte dies diesmal auch tatsächlich) mild schmeckt, ist stark anzunehmen, dass sie wie andere milde Täublinge auch essbar ist.

Macowanites-ammophilus-Russula-secotioid-Algarve Macowanites-ammophilus-2-Russula-secotioid-Algarve Macowanites-ammophilus-3-Russula-secotioid-Algarve
der secotioide Täubling Macowanites ammophilus, Foto L. Krieglsteiner alias Russula ammophila comb. nov. ((Portugal, Algarve), Foto L. Krieglsteiner  

Nicht weit davon weg (bei m gleichen Halt) gruben wir an einer Stelle, wo Dieter schon wiederholt´die Mittelmeer-Trüffel Tuber asa gefunden hat, unter Zistrosen der Art Cistus salviifolius. Diese blühten nicht mehr, und die Bestimmung verdanke ich Thomas Götz (http://www.tkgoetz.homepage.t-online.de), der mein Posting auf www.nafoku.de beantwortete. Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass dies eine sehr schöne Plattform ist, auf der sich Spezialisten für die meisten Gruppen von Pflanzen und Tieren nur so tummeln und wo man das Meiste, was man in Europa so fotographiert, auch bestimmt bekommt. Ich verdanke den Spezialisten auf nafoku so manche Foto-Benennung aus meinen Exkursionen aus Kroatien und Portugal, aber auch aus Deutschland. Dass ich  die Mittelmeer-Trüffel Tuber asa (die Fruchtkörper waren im Übrigen noch nicht reif) an bekannter Stelle wiederfand, ist nicht so sensationell. Mehr freute uns, direkt daneben einen einzigen, aber immerhin reifen Fruchtkörper einer anderen Schlauchpilz-Trüffel zu finden, nämlich von der Wüstentrüffel-Art Terfezia olbiensis. Diese kannten wir schon aus der Serra Monchique (wir fanden sie dort auch wieder, wenn auch unreif), und der diesmal gefundenen Fruchtkörper bei Carascalinho war der Erste ziemlich voll reife, was ja für die Bestimmung nicht nur von Trüffeln nicht unwichtig ist. An dieser Fundstelle hatte Dieter übrigens eine Überwachungskamera installiert, da ihn brennend interessiert, wer diese Trüffeln frisst. Es sind dort (wie auch an anderen Stellen, wo hypogäische Pilze vorkommen) immer wieder Grabestellen zu beobachten, mutmaßlich die meisten von Kaninchen, aber möglicherweise auch von ganz anderen Tieren. Dem möchte Dieter gerne auf dem Grund gehen. Wir schauten uns dann später auch Dieters Filmdateien an – und sahen auch etliche Kaninchen, auch mal einen Pilzsammler und auch mal durchjagende Hunde auf den Filmen. Ein Film warf uns allerdings schier vom Hocker: es war eine Gefleckte Ginsterkatze zu sehen, eine in Portugal eingeschleppte Schleichkatzenart, die offenbar stark zurückgeht. Es handelt sich zwar mutmaßlich um ein (altes) Neozoon – die Sichtung auf dem Film war allerdings sehr beeindruckend. Ich vergaß noch den secotioiden Wulstling Amanita pulchella (Torrendia pulchella) – die nötige Kombination ist hier im Gegensatz zum Macowanites (s.o.) schon erfolgt. Das schöne scheidenförmige Velum universale verrät trotz der eigenartigen wabenartigen Fruchtschicht in den kleinen weißen Köpfchen, wo dieser seltsame Pilz hingehört. Wir fanden ihn immer wieder an etlichen Stellen in der Algarve, nicht nur unter Kiefer auf Sand, auch auf saurem Schiefer und zumindest einmal ziemlich eindeutig unter der Zistrose Cistus ladanifer.

Tuber-asa-Mittelmeertrüffel-Portugal-Algarve Terfezia-olbiensis-Wüstentrüffel-Portugal-Algarve Torrendia-Amanita-pulchella-Portugal-Algarve
Mittelmeer-Trüffel (Tuber asa) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner die "Wüstentrüffel" Terfezia olbiensis (Portugal, Algarve), Foto L. Krieglsteiner der secotioide Wulstling bzw. Knollenblätterpilz Amanita alias Torrendia pulchella (Portugal, Algarve), Foto L. Krieglsteiner

Auf der Rückfahrt hielten wir noch einmal in der Serra Monchique kurz an, auch dort gab es einiges an Pilzen zu sehen. Natürlich habe ich auch etliche Kollektionen gesammelt, die ich nicht sofort bestimmen konnte und die mich noch später einmal beschäftigen werden. Es ist auch so, dass ich zwar mein Präparierzeug und die wichtigsten Chemikalien dabei hatte, auch Objektträger und Deckgläser, aber außer dem, was ich digital auf dem Rechner habe (und das ist weniger, als es sein sollte) keine Literatur. Und als Mikroskop stand uns „nur“ bzw. „immerhin“ (je nach Sichtweise) ein Reisemikroskop zur Verfügung, das Dieter im Handgepäck mitgenommen hatte. Damit lässt sich schon ein wenig arbeiten, sehr komfortabel ist es aber nicht und es bleibt nicht aus, dass ich vieles später zuhause noch nachmikroskopieren muss. Und natürlich gab es auch ganz „normale“ Pilze zu sehen, die auch in unseren Wäldern gefunden und gesammelt werden, z.B. den Fichtensteinpilz und die Marone (unter Strandkiefer) wie auch den Kuhröhrling und stellenweise Pfifferlinge, sowohl unter Kiefern und Eucalpytus als auch unter Korkeichen.

Abends saßen wir noch beim Bier zusammen, und diskutierten, während ich nebenher Pilze mikroskopierte, über so manches. Dass ich auch ins Internet konnte, lag daran, dass ich Dieters mobilen Router immer wieder benutzen konnte – so konnte ich auch, was die Dinge zu Hause betrifft, auf dem Laufenden bleiben.

Am zweiten Tag (Mittwoch, der 12. Dezember) wollte sich Dieter ein Gebiet ansehen, wo riesige Flächen im Juli gebrannt hatten. Laut einem Artikel in der Zeitschrift „Entdecken Sie Algarve“ handelte es sich um eine Fläche von mehr als 20.000 Hektar. In der Tat konnten wir (von Süden aus, unweit Sao Bras de Alportel) bis zum Horizont schauen und sahen (in mehreren Richtungen) nichts als abgebrannte Korkeichenwälder und andere Vegetationsformen, stellenweise unterbrochen durch „grüne Inseln“, wo es offenbar nicht oder nur wenig gebrannt hatte. Als wir dann mit Dieters Navi die Hügelkette am Horizont ansteuerten, bot sich mehr oder weniger das gleiche Bild: abgebrannte Flächen bis zum Horizont. Da bekommt man schon Respekt vor der Macht des Feuers. Was erfreulich ist: ein großer Teil der offensichtlich kräftig schwarz verkokelten Korkeichen zeigten einzelne grüne Flecken, also wieder austreibende Äste mit Blättern. Offenbar bietet die dicke Korkschicht einen guten Brandschutz. Sicherlich haben die Korkeichen die besten Karten, die schon einige Jahre nicht mehr geschält wurden. Pilze gab es hier nur wenige, außer stellenweise orangen Platten von Becherlingen wohl der Gattung Anthracobia. Ich habe nur eine Kollektion genommen und noch nicht mikroskopiert. Anschließend besuchten wir einen jungen Deutschen, der plant, in der Nähe von Sao Bras eine Art Kollektiv zu eröffnen, wo verschiedene Spezialisten sich um den Anbau ganz unterschiedlicher Produkte bemühen, alles auf ökologische Weise. Er selber möchte dort Trüffeln züchten, und Dieter und ich sollten ihm bei der Bewertung der Flächen in ihrer Eignung als Anbaufläche für mit Trüffeln angeimpfte Bäume helfen, was wir gerne taten. Da das Gebiet im Kalkgürtel der Algarve liegt und auch stellenweise recht tiefgründige Böden (in der Algarve selten) vorhanden sind, darf man da durchaus optimistisch sein. Dabei gab es auch einige Pilze zu sehen, zum Beispiel immer wieder den Großen Scheidling (Volvariella gloiocephala). Am Nachmittag verabschiedeten wir uns, und nicht weit weg, immer noch bei Sao Bras, machten wir noch einen kurzen Exkursionshalt. Dieser wurde u.a. belohnt durch den Leuchtenden Ölbaumpilz (Omphalotus illudens), der an einer Korkeichen-Basis zu sehen war. Fund des Tages und vielleicht sogar Fund der Tour war für mich ein Schleimpilz, der an vorjährigen Blattresten der Agave sisalana gefunden wurde. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Perichaena areolata, bisher wohl nur aus Ruanda (dort an Dendrosenecio) bekannten Art. Es sind nur 2 Perichaena-Arten mit gefelderter Peridie beschrieben worden – die andere Art, P. tessellata, ist nur aus Japan bekannt. Für P. areolata spricht die unregelmäßig stachelige Struktur der dickeren Capillitium-Fasern, dagegen, dass nur sitzende Sporocarpe gefunden wurden (P. areolata soll kurz gestielt sein). Die Fotos wurden mit einer Digitallupe aufgenommen – wirkliche eine schöne Errungenschaft.

Anthracobia-macrocystis-Brandstellen-Borstling-Algarve Ölbaumpilz-Omphalotus-illudens-olearius-Algarve Perichaena-areolata-Algarve-Sensation-Schleimpilz

Brandstellen-Borstling

(Anthracobia spec.) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Leuchtender Ölbaumpilz

(Omphalotus illudens) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Myxomyceten-Sensationsfund:

Perichaena (cf.) areolata - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Ich bin sicher, dass es eine Besonderheit ist, ich habe auch schon eine Vermutung, die ich aber erst dann äußere, wenn sie sich bewahrheitet hat. Zum Thema der riesigen Agaven ist mir im Übrigen ein netter Zungenbrecher eingefallen; versuchen Sie ihn einmal, auszusprechen: Wo Agaven in der Algarve wachsen, wachsen Algarve-Agaven in der Agaven-Algarve J. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich ihn einigermaßen fehlerfrei aufsagen konnte. Außerdem gab es dort noch etwas Hübsches von der Tiere-Front zu berichten. Hübsche Gehäuse-Schnecken, die zu fotographieren ich nicht unterlassen konnte, wurden von Klaus Rennwald (nafoku - seine homepage: http://www.klaus-rennwald.de/index.html) als Gittenbergeria turriplana bestimmt. Diese Schnecke ist ein Endemit, der nur in einem recht eng begrenzten Gebiet der Algarve vorkommt (in dem wir offensichtlich waren), dort allerdings ziemlich häufig sein soll.

Der dritte Tag (Donnerstag, der 13. Dezember) führte uns dann in die Serra Monchique, wo wir uns mehrere bekannte Stellen ansahen. Der schönste Bereich liegt um eine ca. 500 Jahre alte und entsprechend große und dicke Korkeiche. Dort gab es wieder Tuber asa, während Terfezia sich nicht blicken ließ. Auch unter Eucalpytus gab es wenig zu sehen, die Suche nach der von mir dort schon einmal, wenn auch nur in einem einzigen Fruchtkörper gefundenen Ruhlandiella berolinensis blieb allerdings erfolglos. Zu sehen war nur die Erdnuss Hymenogaster albus (auch Descomyces albus), und die auch in deutlich weniger Exemplaren als in den letzten Jahren (ich zeige deshalb auch ein Foto vom letzten Jahr).

Schnecke-Gittenbergeria-turriplana-Algarve Korkeiche-Lothar-Krieglsteiner-Algarve Hymenogaster-albus-Descomyces-Weiße-Erdnuss-Algarve

endemische Schnecke

Gittenbergeria turriplana (Portugal, Algave), Foto L. Krieglsteiner

ca. 500 Jahre alte Korkeiche -

da sieht man ziemlich mickrig daneben aus (Portugal, Algarve, Serra Monchique, Corte Grande), Foto L. Krieglsteiner

Schneeweiße Erdnuss

(Hymenogaster albus, jetzt Descomyces albus) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

So durften wir uns immerhin an Korkeichen-Raufüßen (Leccinum lepidum) sowie an schönen und auch reichlichen Wettersternen (Astraeus hygrometricus) erfreuen. Wenn diese noch nicht geöffnet sind, können sie im Übrigen leicht für irgendwelche Hypogäen gehalten werden. Beim Erkennen hilft aber dann die doppelte Wandung der Kugeln. Und dann fotographierte ich an Eucalyptus noch den hübschen Schichtpilz Xylobolus illudens, auch ein alter Bekannter, der im letzten Jahr von Harald Ostrow bestimmt wurde und den wir eigentlich überall sahen, wo wir es mit Eucalyptus zu tun bekamen.

Astraeus-hygrometricus-Wetterstern-Algarve Xylobolus-illudens-Eucalyptus-Schichtpilz-Algarve Xylobolus-illudens-Eucalyptus-Schichtpilz-2-Algarve

Wetterstern -

viele noch geschlossene Kugeln (Portugal, Algarve, Serra Monchique), Foto L. Krieglsteiner

Eucalyptus-Schichtpilz

(Xylobolus illudens) - Portugal, Algarve, Serra Monchique, Foto L. Krieglsteiner

Xylobolus illudens, formenreich - pileat und resupinat, Foto L. Krieglsteiner

An diesem Tag gab es einige Pilze, deren Bestimmung auf später zu verschieben war, z.B. Rindenpilze, Faserlinge und Nabelinge. Einer von ihnen könnte Omphalina velutipes sein, zumindest passt hierzu der stark von feinen Härchen überzogene Stiel sehr gut. Diese Pilze standen auf einer der vielen nährstoffarmen, von Moosen und Flechten lückig überzogenen Böschungen. Die relative Nährstoffarmut der meisten Standorte ist ein großer Vorteil der Algarve, während die Armut an älteren, gewachsenen Standorten (s.o., vgl. Brenn-Problematik) der größte Nachteil ist (abgesehen von der örtlichen Dominanz von Eucalyptus – dazu später noch mehr).

Am vierten Tag (Freitag, den 14. Dezember) waren mir am späten Nachmittag in der Rezeptschmiede (in Carvoeiro) mit Familie Martin Busse verabredet; deshalb machten wir nur eine relativ kurze Exkursionstour. Es zog uns diesmal an den Rio Arade, wo wir uns Uferbereiche ansehen wollten. Mit Dieters Steffi (so nennt er sein Navi, aber gerne auch andere weibliche Wesen) fanden wir auch rasch einen schönen Parkplatz, von wo wir es nur noch ein kurzes Wegstück zum Ufer hatten, ca. 2 km nördlich der Autobahn und grob 10 km nordöstlich von Portimao. Bevor wir dort loslegten, machten wir jedoch Halt an unserer alt-bekannten Stelle in Lagoa, wo an einer alten Pappel am Straßenrand regelmäßig der Südliche Ackerling oder Südliche Schüppling (Agrocybe cylindracea) zu beobachten ist. Dieser ist im Übrigen ein hervorragender Speisepilz, wie wir im letzten Jahr, zubereitet von Martin Busse in Martins Kulinarium (www.rezeptschmiede.de) feststellen konnten. Dieses Jahr gab es allerdings nur Fruchtkörper fortgeschrittenen Reifegrades zu sehen, die zum Essen nicht mehr einluden. Trotzdem nahmen wir Material mit, zumal wir ja auch für die von Martin geplante kleine Pilzausstellung sammeln wollten, die am Samstag und Sonntag stattfinden sollte. Zu diesem Zwecke hatte Martin für den Samstag eine Pilzwanderung in der Serra Monchique organisiert, wo die Teilnehmer Pilze einsammeln sollten (und dann auch taten, s.u.) – wir waren an dieser Wanderung allerdings nicht beteiligt. Dann aber an den Rio Arade. Zunächst: Interessantestes Fundstück sollte ein Vogelschädel sein, der sich als mutmaßlicher Waldrapp erwies, auch diesen Hinweis bekam ich auf nafoku (von Sabine Jelinek und Klaus Rennwald). Der Waldrapp ist ein in Europa ausgestorbener Vogel, der noch im Mittelalter auch in Deutschland brütete, aktuell aber wohl nur noch in der Türkei ein spärliches Wildvorkommen hat (das Vorkommen in Marokko ist seit einigen Jahren erloschen). Inzwischen laufen von dem in etlichen Zoos zu bewundernden, nicht von allen hübsch genannten Vogel allerdings Auswilderungsversuche, und es sieht so aus, als ob so ein Vogel in der Algarve sein Ende fand.

Arrhenia-Omphalina-velutipes-Algarve Agrocybe-cylindracea-Südlicher-Ackerling Waldrapp-Sichler-Algarve

Samtstiel-Nabeling

(Arrhenia (Omphalina) cf. velutipes) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Südlicher Ackerling (Agrocybe cylindracea) - Portugal, Algarve, Lagoa - mancherorts findet man die ganz falsche Bezeichnung "Pappelschüppling" (das ist Hemipholiota populnea), Foto L. Krieglsteiner

Schädelreste - vermutlich vom Waldrapp!

(Geronticus eremita) - Portugal, Algarve, Rio Arade, Foto L. Krieglsteiner

Ansonsten befasste ich mich mit Botanik – das salzhaltige Milieu in den Uferbereichen war für mich sehr interessant. Die Quellerfluren am direkten Ufer werden landseits von abwechslungsreicheren Fluren abgelöst, und dort fotographierte ich einige für mich unbekannte Pflanzen, die mir (die meisten jedenfalls) auf nafoku bestimmt wurden. An den holzigen Resten von Thymelaea hirsuta fand ich dann den auch in Deutschland nicht so seltenen Schwefelgelben Reisigbecherling (Bisporella sulfurina), sicherlich ein in der Literatur nicht so häufig (überhaupt schon?) erwähntes Substrat. Und dann gab es noch weiteres Kleinzeug wie Rindenpilze, Faserlinge und das Tonblasse Sammethäubchen (Conocybe siliginea) zu bewundern. Abends wurde dann bei Martin gesessen und über wichtigere und auch nicht so wichtige Dinge gesprochen, dabei wurde auch ordentlich Rotwein konsumiert. Trotzdem kamen wir gut nach Hause (bzw. in die Unterkunft in Portimao, wo wir jeder ein Appartment im gleichen Stockwerk hatten).

Bisporella-sulfurina-Schwefelgelbes-Reisigbecherchen-Algarve Conocybe-siliginea-Sammethäubchen-Algarve Hygrocybe-chlorophana-rubra-Stumpfer-Saftling-Algarve

Schwefelgelbes Reisigbecherchen

(Bisporella sulfurina) - Portugal, Algarve, Rio Arade, Foto L. Krieglsteiner

Tonblasses Sammethäubchen

(Conocybe siliginea) - Portugal, Algarve, Rio Arade, Foto L. Krieglsteiner

Stumpfer Saftling, orange Variante

(Hygrocybe chlorophana) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Am Samstag (15. Dezember) sollte dann am späten Nachmittag die Pilzausstellung in Martins Kulinarium beginnen – darüber gleich mehr. Wir machten deshalb auch an diesem Tag keine so weiter Fahrt, um unsere Exkursionstour zu haben. Wir fuhren nach Westen und „vergnügten“ uns in der Nähe von Bensafrim. Steffi hatte uns in ein Seitental geführt, wo wir in einem von Zistrosen (vor allem Cistus ladanifer) dominierten Gebiet über saurem Schiefer sammeln wollten. Als wir eine Weile herumgestiefelt waren, meldete sich plötzlich von hinten eine sonore deutsche Stimme mit der Anmerkung, dies sei privates Gelände und was wir hier machen würden. Wir antworteten höflich und erklärten dem sich als nett herausstellenden Mann, was wir da taten, und so gab es auch kein Problem mehr, sondern wir wurden noch auf dem Gelände des Mannes herumgeführt, wo er uns noch zeigte, welche Pilze er selber auf seinem Gelände gesehen hatte. Lustig war auch die Tatsache, dass sich herausstellte, dass der Mann Martin Busse und seine Kochkünste kannte, so hatten wir sogar einen gemeinsamen Bekannten. Aus mykologischer Sicht am Beeindruckendsten waren die zahlreichen Saftlinge (nur eine Art), die zur orange Variante des Stumpfen Saftling (Hygrocybe chlorophana) gehören. Dann machten wir in der nähe zwei weitere kleine Stopps – und bei einem fanden wir die bereits oben angesprochene Torrendia pulchella diesmal ganz sicher nur bei Cistus ladanifer. Interessant noch Folgendes: viele kennen wahrscheinlich den rosa Schimmel Mycogone rosea, den man sehr häufig auf Wulstlingen, z.B. Perlpilzen findet. Hier fand er sich auf Torrendia ein, was die Zugehörigkeit zu den Wulstlingen auch auf diesem Wege untermauert. Bei Zistrosen wuchsen ferner Schnecklinge und Fälblinge, um nur etwas zu nennen. Auch hier wurden Kollektionen gemacht, die hoffentlich einmal einer Bestimmung zugeführt werden. Zu erwähnen ist an diesem Tag auch noch der mediterran verbreitete Purpurschwarze Stäubling (Lycoperdon atropurpureum).

Mycogone-rosea-Rosa-Schimmel-Algarve-Perlpilz Lycoperdon-atropurpureum-Schwarzvioletter-Stäubling-Algarve Lycoperdon-atropurpureum-2-Schwarzvioletter-Stäubling-Algarve

Mycogone rosea - "rosa Schimmel" an

Wulstlingen und Torrendia - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Schwarzvioletter Stäubling

(Lycoperdon atropurpureum) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

(alt - Bild 2) - und jung, Foto L. Krieglsteiner

Abends dann wie gesagt die Pilzausstellung in Martins Kulinarium in Carvoeiro, und in der Tat hatten die Wanderungs-Teilnehmer etwa 70 Arten eingesammelt, die Dieter und ich sortierten und mit Namensschildchen versahen. Darunter fanden sich auch bei uns bekannte Arten wie Pfifferling, Semmelstoppelpilz, Stachelbeertäubling, Riesenporling und Dünnfleischiger Anis-Champignon, aber auch typisch mediterrane Sachen wie Runzel-Brätling (Lactarius rugatus), Mittelmeer-Schmierröhrling (Suillus mediterraneensis) und Mittelmeer-Herkuleskeule (Clavariadelphus flavo-immaturus, s.u.), auch diese Art hatten wir während dieser Reise an mehreren Stellen, stets dort, wo Korkeichen wuchsen. Auch wir hatten ja unser Schärflein zur Ausstellung beigetragen, nicht nur durch die Highlights Mettwurst-Böllar (Delastria rosea, s.o) und Ölbaumpilz. Dieter und ich wechselten uns dann mit der Besprechung der Pilze für die Teilnehmer ab, und so machten wir auch ein wenig Werbung in eigener Sache. Für unseren Einsatz wurden wir dann mit einem leckeren Essen und mit genügend Bier belohnt, allerdings blieben wir an diesem Abend nicht so lange, denn wir wollten auch am kommenden Tag wieder in der Rezeptschmiede aufschlagen.

Pilzausstellung-Kulinarium-Algarve-Dieter-Honstraß

Lactarius-rugatus-Mittelmeer-Brätling-Algarve

Dieter "betreut" die Ausstellung (kleiner Pilzkurs), Foto L. Krieglsteiner Ausstellungsstück Lactarius rugatus (Mittelmer-Brätling) - Kulinarium Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Am Sonntag (16. Dezember) machten wir deshalb auch gar keine Exkursion, sondern ließen uns in Carvoeiro durch Martins Vater Georg Busse in die Welt der Fische der Algarve einführen. Diese gab es anschließend auch zu verköstigen, und ich werde mich immer gerne z.B. an den gedünsteten Petrusfisch (er hat einen Fleck, wo er von Petrus Finger berührt wurde) und an Heilbutt erinnern. Pilzlich gibt es an diesem Tag nichts zu berichten, außer dass die Gespräche natürlich auch an diesem Tage nicht ganz ohne pilzkundliche Themen auskamen.

Am Montag (17. Dezember) machten wir dann eine größere Tour, die uns auch erst bei fortgeschrittener Dunkelheit wieder in unsere Unterkunft in Portimao zurückführen sollte. Wir begannen in der Serra Monchique, wo wir uns zunächst wieder uns schon bekannte Standorte ansehen wollten. Unter anderem galt unser Interesse einem Becherling, den wir schon im letzten Jahr gefunden hatten und der nicht gerade als weithin bekannt gelten kann. Natürlich habe ich nicht unbedingt einen umfassenden Überblick über floristische Pilzliteratur, aber vom Heidekraut-Schwarzborstling (Pseudoplectania ericae) ist mir bisher nur die Erstbeschreibung durch Donadini aus Südfrankreich bekannt geworden. Wir fanden die Art an der Stelle vom Vorjahr wieder, und außerdem entdeckten wir einen zweiten Standort, einige Kilometer vom ersten entfernt. Vermutlich ist die unauffällige, kleine Art in der Algarve viel weiter verbreitet, wohl überall dort, wo tote Würzelchen von Erica lusitanica (und anderen Arten?) zur Verfügung stehen. Ich machte fleißig Fotos, auch mit der Digitallupe, die an jedem Abend zum Einsatz kam.

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 Heidekraut-Schwarzborstling

(Pseudoplectania ericae) - Portugal, Algarve, Serra Monchique, Foto L. Krieglsteiner

dasselbe -

mit der Digitallupe aufgenommen, Foto L. Krieglsteiner 

Mittelmeer-Herkuleskeule

(Clavariadelphus flavo-immaturus) - Portugal, Algarve, Serra Monchique, Korkeichenwald, Foto L. Krieglsteiner

Es gab auch schöne Gruppen der Mittelmeer-Herkuleskeule (Clavariadelphus flavo-immaturus) zu sehen, insgesamt war der Pilzreichtum allerdings begrenzt, und so setzten wir unser ursprüngliches Vorhaben, auch einmal nördlich der Serra Monchique, im Alentejo, zu sammeln, um. Wir wollten uns dabei auch die Eremitage (so kann man das fast nennen, obwohl der abgelegene Ort auch für Gäste offen steht) von Prof. Bernd Gehrken ansehen, einem sehr interessanten Mann, den ich im letzten Jahr kennen gelernt habe. Ich habe von ihm viel über essbare Wildkräuter gelernt, und ohne ihn hätte ich wohl nicht den Mumm gehabt, auch selber solche Kurse anzubieten, wie ich dies seit letztem Jahr mache. Bernd Gerkens „Hof“ Haliotis war nicht so leicht zu finden, und erst etliche Kilometer über steinige Pisten führte uns hin. Bernd war leider nicht zu Hause, trotzdem haben wir uns umgeschaut und einen bleibenden Eindruck von einer alternativen Lebensführung gewonnen. Ich verweise auf Berns homepage (http://haliotisport.wordpress.com) und stelle hier nur ein Foto von einem seiner Bilder ein, die in Martins Kulinarium auch zu Verkaufszwecken ausgestellt sind. Ich finde Bernds Kunst eigenwillig, aber aussagekräftig und ich würde mir eines seiner Bilder durchaus auch zu Hause aufhängen.

Bernd-Gehrken-Haliotis-Alentejo-Portugal
Foto eines Bildes von Prof. Bernd Gerken (Haliotis) - Foto L. Krieglsteiner

Bevor wir ankamen, hatten wir allerdings noch einen ergiebigen Halt an einem Stück Macchie, wo wir schon von der Straße aus Pilze gesehen hatten. Es stellte sich heraus, dass es dort immerhin 5 verschiedene Rötlinge zu sehen gab, darunter den Rußblättrigen Rötling (Entoloma jubatum) und den Blauschneidigen Rötling (Entoloma serrulatum). Ein weiteres Highlight dort war die Stinkende Schwanztrüffel (Hysterangium clathroides), die unter Zistrosen gefunden wurde (eine Korkeiche stand weiter weg), und die man auch der wohl nicht durch besondere Merkmale hervorgehobenen Varietät cistophilum zuordnen könnte.

Entoloma-jubatum-Rötling-Alentejo-Portugal Entoloma-serrulatum-Blauschneidiger-Rötling-Alentejo-Portugal Hysterangium-clathroides-Stinkende-Schwanztrüffel-Alentejo-Portugal

Rußblättriger Rötling

(Entoloma jubatum) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Blauschneidiger Rötling

(Entoloma serrulatum) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Stinkende Schwanztrüffel

(Hysterangium clathroides) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Ganz in der Nähe standen wieder einmal Erbsenstreulinge, die durch eine leuchtend orangebraune Farbe auffielen. Ein Schleierling bzw. Schleimkopf, der wohl zur Purpurascentes-Gruppe gehören müsste, war ebenfalls ein optisches Schmankerl. Auf Haliotis gab es auch Pilze zu bestaunen. So fanden wir an einer Böschung massenhaft den Juchten-Ellerling (Camarophyllus russocoriaceus), dessen Geruch auch später in der Unterkunft noch eine besondere Note ergab.

Pisolithus-arhizus-Erbsenstreuling-rotbraun-Alentejo Cortinarius-Purpurascentes-Schleimkopf-Alentejo-Portugal Camarophyllus-russocoriaceus-Juchtenellerling-Alentejo-Portugal

Erbsenstreuling -

leuchtend orangebraune Variante (Portugal, Alentejo - Foto L. Krieglsteiner), Foto L. Krieglsteiner

Schleimkopf

(Cortinarius Sektion Purpurascentes) - (Portugal, Alentejo - Foto L. Krieglsteiner), Foto L. Krieglsteiner

Juchten-Ellerling

(Camarophyllus russocoriaceus) - (Portugal, Alentejo - Foto L. Krieglsteiner), Foto L. Krieglsteiner

Und dann noch ein alter Bekannter, gerne an Eucalyptus: die schuppige Variante des Gallertfleischigen Stummelfüßchens (Crepidotus mollis var. calolepis – auch oft als eigene Art gehandelt). Davon abgesehen gab es etliche weitere Aufsammlungen, und so war klar, dass zumindest mir ein längerer Abend bevorstand, um die gefundenen Pilze zumindest notdürftig zu dokumentieren. Entsprechend spät und müde kam ich deshalb auch an diesem Tag ins Bett.

Am Dienstag (18. Dezember) waren wir deshalb zunächst etwas gemütlicher unterwegs – wir wollten ein Gebiet ins Visier nehmen, in dem wir noch nie waren, nämlich eine Hügelzone nordöstlich von Silves. Die ersten Halte waren mykologisch wenig ergiebig, denn wir waren in einem stärker genutzten Gürtel unterwegs. Zum einen gab es ausgedehnte Pflanzungen von Citrus-Früchten, zum anderen extensivere Bereiche, die von Ölbäumen dominiert waren. Eichen oder Zistrosen waren kaum zu sehen, und auch Pilze hielten sich hier (über Kalk) im Rahmen. Überhaupt kann man sagen, dass bei dieser Tour unsere wenigen Versuche, auf Kalkböden zu sammeln, wenig ergiebig verliefen. So kamen wir schließlich in ein abgelegeneres Seitentälchen, wo längs eines kleinen Bachlaufes dichte macchia-artige Vegetation, dominiert von wilden Ölbäumen, ausgebildet war. Abseits vom eingeschnittenen Bach war es recht trocken und pilzarm. Der Abstieg in die kleine „Schlucht“ bot aber einige sehr schöne Pilzfunde, so dass ich wirklich begeistert über die Ausbeute war. Es ging los mit einer wunderschönen Gruppe des Mennigroten Saftlings (Hygrocybe miniata). Auch der Juchten-Ellering war wieder vertreten, und so stieg ich dann in kaum zugängliche Bereiche ein, wo ich mich nur langsam vorwärts hangeln konnte. Und so jagte dort ein schöner Fund den anderen. Es ging los mit dem Blasssporigen Faserling (Psathyrella melanthina), der für die Gattung lange Zeit sehr helle Lamellen aufweist.

Crepidotus-mollis-calolepis-Stummelfüßchen-Portugal-Algarve Hygrocybe-miniata-Mennigroter-Saftling-Portugal-Algarve Psathyrella-melanthina-Blasssporiger-Faserling-Portugal-Algarve

Schuppige Form des

Gallertfleischigen Stummelfüßchens

(Crepidotus mollis var. calolepis) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Mennigroter Saftling

(Hygrocybe miniata) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Blasssporiger Faserling

(Psathyrella melanthina) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Kurz danach fand ich an einem Ölbaum-Zweig drei Fruchtkörper von Ragazzis Muschelflämmling (Pleuroflammula ragazziana), einer Art, die ich noch nie zuvor gefunden hatte. Unglücklicherweise gelangen die Fotos dieser Art zunächst überhaupt nicht, weshalb ich die Kollektion auf die Exkursion am nächsten Tag noch einmal mitnahm. Ich nehme die Geschichte von Pleuroflammula nachher noch einmal auf J. Erstaunlich gute Fotos gelangen mir jedoch gleich an Ort und Stelle vom nächsten, mich besonders freuenden Highlight: meiner ersten Kollektion eines Purpurblattes (Pseudobaeospora spec.) außerhalb von Deutschland. Die gefundene Kollektion (5 Fruchtkörper, 2 davon richtig gut entwickelt und ausgewachsen) gehört vermutlich zu P. ellipticospora, was allerdings noch einer intensiven Prüfung bedarf. Die Gattung Pseudobaeospora ist sozusagen meine Spezial-Gattung, zu der ich vermutlich 2 oder 3 neue Arten in der Schublade habe. Aber Zeit sollte man haben .. Damit jedoch noch nicht genug. Nicht aufgesammelt habe ich die Hübsche Wiesenkoralle (Ramariopsis pulchella), die recht spärlich vorhanden war, außerdem gab es noch Täuschende Erdzungen (Geoglossum fallax) in jungem Zustand zu bewundern. Stärker gewürdigt habe ich aber dann die Gallertkoralle (Tremellodendropis tuberosum), die stark an eine echte Koralle oder einen Erdwarzenpilz erinnert, aber (und das ist erst bei guter Reife klar erkennbar) längsgeteilte Ständer besitzt. Ich kann es natürlich nur behaupten, aber ich glaube, dass (auch) diese Art in Portugal noch nicht gefunden wurde. Die genannten Arten gehören wohl alle (auch das Purpurblatt?) zu den sogenannten Saftlings-Gesellschaften, also zu einer Pilzgruppe, deren Lebensweise noch ungenügend geklärt ist und die mich immer schon besonders interessiert haben. Mediterrane, nährstoffarme Macchia-Gebüsche sind also Standorte auch für diese Pilze, was auch nicht überall bekannt sein dürfte. Man kann sich vorstellen, dass für Beschäftigung auch an diesem Abend gesorgt war.

Pleuroflammula-ragazziana-Portugal-Algarve Pseudobaeospora-ellipticospora-Purpurblatt-Algarve-Portugal Tremellodendropsis-tuberosum-Algarve-Portugal
Ragazzis Muschelflämmling Pleuroflammula ragazziana - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner das Purpurblatt Pseudobaeospora cf. ellipticospora - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner Gallertkoralle Tremellodendropsis tuberosum - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Am Mittwoch (19. Dezember) fuhren wir noch einmal an die Westküste. Wir wollten diesmal etwas weiter nach Norden vordringen. Zunächst nahmen wir uns aber noch einmal die Stelle bei Aljezur vor. Macowanites und Delastria waren nicht nachgewachsen. Trotzdem gab es auch hier weitere interessante Funde, die ich aber jetzt nicht vorstelle. Ich zeige nur ein Bild des noch unreifen Schleimpilzes Mucilago crustacea, bei dem man sehr schön sieht, wie das reifungswillige Plasmodium sich einen exponierten und trockenen Platz sucht, nachdem es sich vorher sehr lichtscheu und feuchte-liebend verhalten hatte. Auf dem Bild kann man noch verbliebene basale Stränge des Plasmodiums erkennen – dort war vor Kurzem noch der ganze Myxomycet gewesen. Vorher hatte ich den Halt genutzt, um die mitgenommene Probe von Pleuroflammula ragazziana (s.o.) noch einmal zu fotographieren. Die Fotos wurden diesmal etwas besser, aber auch wieder nicht wirklich gut. Manche Objekte scheinen sich förmlich zu wehren und wollen offenbar nicht gut aufs Bild kommen … Jedenfalls war ich einen Moment unkonzentriert. Wir fuhren weiter Richtung Landesinneres, und kamen in ein Gebiet, wo wirklich über viele Kilometer (wir fuhren eine halbe Stunde hin und wieder zurück) nur durch Eucalyptus-Plantagen kamen, und zwar nach allen Seiten bis zum Horizont. Irgendwann beschlossen wir, umzukehren, nicht zuletzt auch deswegen, weil mir inzwischen das Fehlen meiner Sammeltüte und damit auch des seltenen Beleges von Pleuroflammula aufgefallen war. Wir fuhren also noch einmal zurück. Es dauerte gottseidank dann nicht lange, bis ich die Tüte wiederfand. Pleuroflammula wurde also sozusagen 2mal von mir gefunden J. Nach der Eucalyptus-Überdosis beschlossen wir, den Rest des Tages küstennah zu verbringen. In der Nähe von Mario Vinagra fanden wir auch ein sehr schönes Strandkiefern-Gebiet mit weiteren tollen Pilzen. Ich stelle 2 Arten vor. Die erste (von Dieter gefunden) gehört zu den Fleischstachelingen, es handelt es sich (die Stielbasis war im Schnitt bläulich, was auf dem Foto leider nicht zu sehen ist – und der Geschmack war deutlich bitter) dabei um den Galllen-Stacheling (Sarcodon scabrosus).

Mucilago-crustacea-Algarve-Schleimpilz Mucilago-crustacea-Algarve-2-Schleimpilz Sarcodon-scabrosus-Gallenstacheling-Portugal-Algarve

gerade hochgekrabbelt: der Schleimpilz

Mucilago crustacea - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

gleiche Kollektion,

weiter oben angesetzt - Foto L. Krieglsteiner

Gallen-Stacheling

(Sarcodon scabrosus) - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Und dann war ein Faserling auf nacktem, weißem Sand mehrfach zu finden – die Bestimmung als Psathyrella flexispora wurde von A. Melzer (http://www.vielepilze.de/selten/psat/unbekannt/flexispora/sumflexispora.html) bestätigt. Wie es aussieht, handelt es sich um einen (nicht den einzigen!) Neufund für Portugal.

. Schließlich näherten wir uns noch ganz der Westküste, der Atlantik-Küste, an. Obwohl auch dort ein paar Pilze wuchsen, wollte ich von diesen dann gar nicht mehr viel wissen, zu beeindruckend war die Kulisse jetzt. Ich habe das ausgenutzt, um einfach mal eine Viertelstunde lang nur „dumm zu kucken“. Ich hätte dort auch gerne noch stundenlang gesessen, und ich habe mir vorgenommen, das irgendwann einmal zu tun. Dieter hat es auch gefallen, er hat sich ein Stück weiter weg getummelt und sich auch wohl gefühlt. Von allen Plätzen, die ich in der Algarve gesehen habe, war dies eindeutig der Schönste. Hier kann man die Natur in fast ungezähmter Kraft erleben und dabei Richtung Amerika blicken.

Psathyrella-flexispora-Faserling-Portugal-Algarve Atlantikküste-Portugal-Algarve Tephrocybe-mephitica-Graublatt-Portugal-Algarve

der seltene Faserling Psathyrella flexispora -

wohl neu für Portugal - Algarve, Westküste, Foto L. Krieglsteiner

Atlantikküste-

viele wunderschöne Eindrücke - Foto L. Krieglsteiner

Tellerling (Rhodocybe spec.) - muss noch geprüft werden - Portugal, Algarve, Foto L. Krieglsteiner

Am nächsten Tag (Donnerstag, 20. Dezember) waren wir wieder verabredet. Familie Linda und Dr. Reinhard Kraus (er ist auch Dieters Zahnarzt) haben ein Grundstück in der Nähe von Loule, wo sie auch planen, Trüffeln anzupflanzen. In diesem Belang erhalten sie fachliche Untersützung von Dieter. Auch Familie Kraus (mit den Söhnen Max und Alex) hatte ich schon letztes Jahr kennen gelernt, und es war sehr schön, sie wieder zu sehen. Wir aßen gemeinsam zu Mittag. Erst am schon fortgeschrittenen Nachmittag verabschiedeten wir uns (bis zum Freitag, s.u.) und wir machten noch eine kleine Exkursion an einem Bachlauf in der Nähe von Loule. An besonderen Plizen kann ich nur 2 Dinge erwähnen. Das erste hielt ich zunächst für ein Graublatt. Die mikroskopische Prüfung führte aber zur Gattung Tellerlinge (Rhodocybe) - die Art zu bestimmen gelang mir aber (bisher) nicht. Und dann gab es noch einen ganz düsteren Schichtpilz an Ölbaum, der inzwischen von F. Dämmrich bestimmt werden konnte - hierfür herzlichen Dank :-)

Adustomyces-lusitanicus-Olea-Algarve-Portugal
Adustomyces lusitanicus an Ölbaum Portugal, Algarve) - det. F. Dämmrich - Foto L. Krieglsteiner

Der Freitag (21. Dezember) war dann der Abreisetag, der Flieger ging um 16.15. Dieter hatte noch einen Behandlungstermin bei Reinhard, und so war klar, dass ich noch 2 Stunden zu meiner freien Verfügung hatte, bevor wir noch einmal vor meinem Abflug zu Mittag essen gehen wollten. Ich entschied mich dann aber, die 2 Stunden nicht irgendwo in einer Macchie zu verbringen, sondern in Loule. Ich nutzte die Zeit, um noch ein paar Weihnachtsgeschenke zu kaufen, aber auch einige praktische Dinge für mich selbst, wie z.B. erstaunlich preiswerte Tripods für meine Kamera und Garten-Krallen, die ich weniger für das Umpflügen von Beeten als für die Suche nach Hypogäen nutze. Auch in dieser Beziehung habe ich also noch einmal Beute gemacht – und jetzt werde ich in etwa 15 Minuten in Stuttgart landen. Noch ist die Welt nicht untergegangen, sie hat heute nur noch gut 1 ½ Stunden dafür zur Verfügung J. Ich habe also die Zeit am Flughafen und im Flieger genutzt, um diesen Text zu schreiben, jetzt muss ich ihn nur noch hochladen und die Bilder dazu heraussuchen.

Ich hoffe, dass Ihr alle viel Spaß an diesem Bericht hattet. Ich habe vor, dass es nicht der letzte gewesen sein wird.

2012:

Dass ich jemals an die Algarve kam und mich mit dort wachsenden Pilzen zu befassen begann, liegt ganz allein an meinem Freund Dieter Honstraß (www.pilzschule.de), der mich im Dezember 2010 erstmals zu einem 1-wöchigen Aufenthalt an der Algarve einlud. Wer Dieter kennt und schätzt, der weiß, dass dies keine beschauliche Urlaubszeit war, sondern eine Zeit, bis an den Rand ausgefüllt mit Gesprächen und Informationen. Inzwischen war ich 4-mal mit Dieter an der Algarve, und jedes Mal habe ich viel gelernt, sei es über unternehmerische Dinge (Dieter war früher Unternehmensberater), sei es über die Nutzung des Computers, und natürlich über Pilze. Dieter hat sich in den letzten Jahren auf das Thema Trüffeln spezialisiert, vor allem auf deren Anbau und Biologie. Gespräche über diese Themen führten wir vor allem auf den Autofahrten zu den Exkursionszielen, aber auch abends „beim Bier“ im Appartement, wo es manchmal bis in die Puppen ging.

Und nun ja: die Exkursionen. Die Algarve ist ein inzwischen stark vom Menschen verändertes Gebiet, ursprüngliche Natur gibt es nur noch ganz vereinzelt. Allerdings hat die Region einen großen Vorteil: es gibt sehr wenig intensive Landwirtschaft und insofern auch keine nenneswerten Stickstoff-Verunreinigungen. Dies wirkt sich durchaus positiv auf die pilzliche Ausbeute aus. Es ist klar, dass es an der Algarve im mediterran-ozeanischen Klima Pilze gibt, die man in Mitteleuropa nicht findet. Einige von ihnen möchte ich Ihnen hier vorstellen:

Runzeliger Brätling (Lactarius rugatus)

Strandkiefern-Täublingstrüffel (Macowanites ammophilus)

Mettwurst-Böllar (Delastria rosea)

Eucalyptus-Schichtpilz (Xylobolus illudens)

Viel mehr möchte ich Ihnen nicht zeigen – schließlich wollen Sie vielleicht einmal einen Vortrag „Pilze an der Algarve“ buchen oder besuchen?

Dass es mit Dieter an der Algarve auch nicht nur bierernst und wissenschaftlich zugeht, versteht sich von selber. Dieter verdanke ich auch meine Freundschaft zum Ehepaar Annett und Martin Busse, die eine sehr schöne Gastwirtschaft an der Algarve betreiben Anm.(www.rezeptschmiede.eu); besser habe ich noch selten irgendwo gegessen J

 

 

 

 

 

 

 

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